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Warum du für NIEMANDEN außer dich selber Verantwortung trägst.

Eigentlich kennt das so ziemlich jeder von uns. Wir haben uns alle schon mal den Mund fusselig geredet, wieder und wieder, weil wir selbst dem abgefucktesten Alkoholiker helfen wollten, sein Leben auf die Reihe zu bekommen. Wir alle glauben, wir hätten die Fähigkeit, mit unserer Liebe, mit unserer Fürsorge und Anteilnahme, einen anderen Menschen zu heilen. 

 

Es tut mir leid, hier enttäuschen zu müssen, aber das ist SCHWACHSINN. Natürlich sind Fürsorge, Liebe und Anteilnahme ganz wichtig und dieser Beitrag soll nicht dazu aufrufen, diese zu unterlassen. Im Gegenteil, verteilt die Liebe, wo ihr nur könnt. Liebt die Umwelt, liebt euch und liebt andere. Nur tut dies nicht in der Erwartung, dass ihr einen anderen Menschen retten könnt.

 

Denn, und das ist auch eine Erfahrung, die die meisten von uns bereits gemacht haben, die jemandem helfen wollten, es ist völlig aussichtslos. Man rackert sich monatelang ab, stellt die eigenen Bedürfnisse hinten an, redet und redet, sucht nach Therapiemöglichkeiten, und am  Ende ... geht es einem selber schlecht. Und was hat man erreicht? Nichts. Absolut nichts. Und warum? Weil wir unsere Hilfe aufgezwungen haben, und unser "Opfer", die Person, die wir erretten wollten, rein gar nichts für sich selber getan hat. 

 

Im Allgemeinen gilt, es hilft nur so viel Hilfe, wie der andere sie auch annehmen kann. Alles was darüber hinausgeht, ist vergeudete Energie. Und das schadet einem am Ende selber. Denn wer die eigenen Bedürfnisse für jemand anderen immer wieder hinten an stellt, kann letztendlich nichts anderes als irgendwann unglücklich werden, und im schlimmsten Fall sogar krank.

 

Nur wenn man schlussendlich dann selber krank ist, hilft es wirklich absolut niemandem mehr. Erst recht nicht der Person, der man eigentlich helfen wollte. Und im allerschlimmsten Fall richtet man aus der eigenen Unzufriedenheit heraus sogar Schaden bei anderen Menschen an. Ihr seht, es ist ein ganz schön fieser Teufelskreislauf. 

 

Und wenn man sich das mal genauer überlegt, dann ist das eine unglaublich arrogante und anmaßende Einstellung. Ich als der Retter, dringe in ein anderes Leben ein, um es zu erretten. Genauso dachten damals die Kolonialisten, als sie Afrika besiedelten. 

 

Einen wunderschönen Artikel zum Thema Helfen, und wann das ganze Überhand nimmt hat übrigens Romy Hausmann geschrieben. Ihr findet ihn hier: Süchtig nach Helfen: warum wir aufhören sollten, andere retten zu wollen.

 

Das Einzige, was wir wirklich tun können, ist uns selber glücklich zu machen und unsere eigene Zufriedenheit zu kreieren. Wir müssen unsere eigene Leere füllen und dürfen nicht mit unserem leeren Inneren zu anderen Menschen hingehen und erwarten, dass sie es füllen.

 

Und hierbei gilt, jeder Mensch erlebt seine ganz eigene Zufriedenheit. Es gibt nicht das eine Glück. Was mich glücklich und zufrieden macht, zum Beispiel am Morgen noch einen Kaffee im Bett trinken zu können, kann für euch ganz schrecklich sein; weil ihr Kaffee vielleicht ziemlich eklig findet. 

 

Wie absurd ist es dann, zu einem anderen Menschen hinzugehen und diesem meine ganz eigene Form von Glück und Zufriedenheit aufzuzwingen. Also, und das ist ganz entscheidend, und wird letztendlich euer Leben verbessern und einen positiven Einfluss auf alle anderen Menschen um dich herum haben, schafft euch euer eigenes Glück. Füllt eure Leere, mit den Dingen, die euch zufrieden machen und strahlen lassen.

 

Und damit können wir dann wirklich anderen Menschen helfen. Aber natürlich auch nur in dem Maße, wie sie es uns erlauben.