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Militärschlag in Syrien. Alliierte Westmächte greifen syrische Stadt an.

In der Nacht zum 14. April ereigneten sich mehrere verheerende Luftschläge im Norden und Osten der syrischen Hauptstadt Damaskus. 45 Minuten dauerte das Bombardement durch amerikanische, französische und britische Kampfjets. Nach US-Angaben waren drei Ziele betroffen, wobei Stimmen vor Ort von mehr als drei sprachen. An den Anschlägen waren Schiffe und Flugzeuge beteiligt.

 

Laut US-Verteidigungsministerium handelt es sich um eine begrenzte, einmalige Aktion; weitere Anschläge seien nicht geplant. Auch nach Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sind die Luftschläge vorerst beendet. Das Militär halte sich aber für mögliche, weitere Einsätze bereit. 

 

Grund für die Luftschläge war der mutmaßliche Giftgaseinsatz in Syrien. Bei Angriffen auf die syrische Stadt Duma, der letzten verbliebenen Rebellenhochburg in Ost-Ghuta, starben vergangene Woche Dutzende Menschen vermutlich durch den Einsatz von Giftgas. Am Samstagabend wurde eine Fassbombe mit Chemikalien von einem Hubschrauber über der Stadt abgeworfen. Das Resultat sind mindestens 34 Tote und zahlreiche Verletzte.

 

Immer noch unklar ist aus welchem Lager der Giftgasangriff auf die syrische Stadt ausgeführt wurde. Die Indizien sprechen für einen Angriff von Seiten des syrischen Regimes. So sei der Hubschrauber, der die Bombe abwarf, von einem Flughafen der syrischen Luftwaffe gestartet. Mysteriös ist auch, dass Assad- und Russland nahestehende Medien den Giftgasangriff im vorhinein ankündigten.

 

Welches Interesse könnte Assad aber an solch einem Giftgasangriff gehabt haben? Ein Motiv wäre, die restlichen noch hartnäckigen Aufständischen in Duma aus der Stadt zu vertreiben und die Stadt wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Ein anderes Motiv wäre das der Provokation. Auffällig ist, dass der Giftgasanschlag in Duma sich auf den Tag genau ein Jahr, nach dem US-Präsident Donald Trump eine syrische Militärbasis hat angreifen lassen, ereignet hat. Somit könnte der Giftgasanschlag auch eine unmittelbar Botschaft an Trump gewesen sein. 

 

Auch wenn die syrische Regierung die Verantwortung für den Anschlag als "Farce" zurückwies, kam es zur Eskalation. Frankreich, Großbritannien und die USA führten einen militärischen Vergeltungsschlag aus. Unterstützung erhielten die drei Großmächte auch von deutscher Seite. Bundeskanzlerin Angela Merkel betitelte die Luftschläge als "erforderlich und angemessen, um die Wirksamkeit der internationalen Ächtung des Chemiewaffeneinsatzes zu wahren und das syrische Regime vor weiteren Verstößen zu warnen". 

 

US-Präsident Trump hatte unverhohlen mit dem Angriff im Vorfeld gedroht. In einer  kurzfristig angekündigten Ansprache deutete Trump an, die Angriffe gegen Syrien fortzusetzen, bis die syrische Regierung ihren Einsatz verbotener chemischer Waffen beende.

 

Die syrische Regierung kritisierte den Angriff als Verstoß gegen internationales Recht. "Einmal mehr bestätigen die USA und die Achse zur Unterstützung des Terrors, dass sie gegen internationales Recht verstoßen, über das sie bei den Vereinten Nationen prahlerisch reden." Russland drohte nach den Anschlägen bereits mit Konsequenzen.

 

Fraglich bleibt wie sich das Szenario noch weiter aufschaukeln wird? Wir Gewalt wiederum mit Gewalt bekämpft? Sicher ist, dass die Angriffe die Beziehungen zwischen Russland und der westlichen Welt weiter abkühlen lassen.