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Warum Fehler besser sind als gedacht.

Fehler machen wir alle. Aber was genau ist ein Fehler. Im Duden findet man zum Wort Fehler die Definition "etwas, was falsch ist", "etwas, was vom Richtigen abweicht", An diesem Punkt könnte man schon eingreifen und hinterfragen, wer bestimmt denn eigentlich was Richtig und was Falsch ist? 

 

Besser lässt sich ein Fehler als ein unbeabsichtigtes oder auch beabsichtigtes Handeln bezeichnen, das nicht zu UNSEREM Ziel führt. Damit legen wir fest, dass sich Fehler immer auf unsere Welt mit unseren Vorstellungen, Zielen und Wünschen beziehen sollten. Somit liegt es in uns und an unseren Erwartungen, was Richtig und was Falsch ist. Oder so sollte es zumindest sein. 

 

Einen Fehler nehmen wir meist erst als solchen war, wenn er uns in unserem Leben einschränkt. Betrachten wir zum Beispiel eine Frau, die ihren wundervollen Mann betrügt. Während sie sich noch das Bett mit einem anderen teilt, und sehr viel Spaß dabei hat, wird sie das in den seltensten Fällen bereits als einen Fehler wahrnehmen. Die Einsicht kommt oft spät, und zwar dann, wenn sich ihr Ehemann zum Beispiel von ihr trennt. Sie ist möglicherweise von ihrer Zielvorstellung abgekommen. Und, obwohl sie ihrem Mann jahrelang treu war und sehr geliebt hat, und auch sonst eine wundervolle Frau ist, passiert das Unvermeidliche: Sie fühlt sich schlecht. 

 

 

Fehler sind schlecht?

 

 

Und das liegt weitestgehend an unserer Gesellschaft und unser Umgang mit Fehlern. Fehler sind nicht gern gesehen. Wir wachsen so auf. Ein schlechte Klausur wird direkt mit einer schlechten Note bestraft, die wiederum kann am Ende des Jahres unseren ganzen Schnitt nach unten ziehen. Und auch im Erwachsenenleben in der Arbeitswelt, werden Fehler häufig sofort bestraft.

 

Fehler gelten in unserer Gesellschaft als ein Zeichen von Schwäche. Sie werden bestraft und nicht gefördert. Diese Einstellung und dieser Umgang sorgen natürlich dafür, dass sich jeder Mensch die allergrößte Mühe gibt, Fehler zu vermeiden. Und das genau ist das Problem. Bemüht man sich mit aller Kraft, Fehler zu vermeiden, möglichst wenig Neues zu versuchen, kein Risiko einzugehen, sei es in der Liebe oder im Geschäftlichen, und keine Entscheidungen zu treffen, steht man still. Wer nicht handelt, macht keine Fehler.

 

Und somit ist tatsächlich der größte Fehler, der heutzutage gemacht werden, einen Fehler oder ein Scheitern als schlecht zu stigmatisieren.

 

 

Jeder Fehler macht uns besser

 

 

Warum entwickeln sich kleine Kinder so rasant? Sie machen einen Fehler nach dem anderen. Ständig machen sie etwas "falsch". Sie haben keinerlei Angst vorm Scheitern und gewinnen jeden Tag aufs Neue einen großen Erfahrungsschatz dazu. Sie fallen hin und stehen wieder auf. Und zwar so lange, bis es endlich klappt. Und ohne Zögern. Dies ist gesellschaftlich absurderweise gänzlich in Ordnung. Als Kleinkind sind Fehler normal, und angesehen. Werden wir erwachsen gilt das plötzlich nicht mehr. 

 

Wir entwickeln eine panische Angst vor Fehlern. Wir hemmen uns selbst. Wir fürchten uns, vor anderen dumm dastehen zu können. Darum stehen wir still. Wir verharren dort, wo wir bereits sind. Bloß kein Risiko eingehen. 

 

Und dabei haben wir völlig vergessen, dass es genau das ist, was uns im Leben weiterbringt. Hinfallen, aufstehen. Solange bis es klappt. Entwicklung bedeutet im Endeffekt nur, viele Fehler zu machen und daraus zu lernen. Nur so können wir einen großen Erfahrungsschatz sammeln. 

 

Erfolgreiche Menschen haben keinerlei Furcht, davor einen Fehler zu machen. Egal in welchem Bereich man sich verbessern möchte, in Beziehungen, in einer Sportart oder im Job, man muss viel ausprobieren, sehr oft hinfallen und dann wieder aufstehen. Fehler sind ein grundlegender Bestandteil von Erfolg. 

 

 

Vorteile von Fehlern

 

 

1. Wir lernen immer etwas dazu.
2. Wir werden effizienter, da wir potentielle Schwachstellen aufgedeckt haben. 
3. Wir stärken unsere Persönlichkeit.
4. Wir werden erfolgreicher.

 

Diese Ansicht bedingt ein gewisses Vertrauen in sich selbst und die Welt. Ein Vertrauen in die Tatsache, dass man aus jedem Fehler das Beste ziehen kann, und jedesmal ein Stück weit besser wird. Denn ein Fehler ist für unser Leben häufig nicht das Ende der Welt, er wird von uns oft nur so erlebt. 

 

 

Richtig mit Fehlern umgehen

 

 

Die Reaktion auf einen Fehler ist das Wichtigste. Häufig reagieren wir mit Wut und Enttäuschung auf einen Fehler. Diese impulsive Reaktion ist jedoch alles andere als hilfreich. Sie schadet uns und unserem Umfeld. Um auf Fehler anders zu reagieren und sich die Angst davor zu nehmen, ist eine neue Sichtweise erforderlich. Und war das Bewusstsein darüber, wie wichtig und entscheidend Fehler für unsere Entwicklung sind.

 

Christina Fischer hat auf My Monk einen wundervollen Artikel über das Scheitern und die richtige Einstellung dazu geschrieben. Der Artikel ist hier zu finden. 

 

 

Haben wir akut einen Fehler gemacht, so gibt es ein paar Strategien zum richtigen und produktiven Umgang. Erstens sollten wir uns den Fehler eingestehen, daraus lernen und danach suchen, welche positive Auswirkung dieser Fehler auf unser Leben hat. Denn jeder Fehler ist eine Chance, es in Zukunft besser vor machen.

 

Und mal ehrlich, wenn man jetzt versucht, sich mal an die Fehler des letzten Jahres zu erinnern, und welche Bedeutung sie aktuell für einen haben, stellt man doch fest, dass sie nicht mehr der Rede wert sind. Also lasst es uns erlauben, viele Fehler zu machen und Neues auszuprobieren ohne die Furcht vor dem Scheitern. Denn nur so können wir wachsen.