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Agenda Europe - ein radikales Netzwerk mit Verbindungen zum Vatikan erobert die EU.

Homoehe, Abtreibung auch bei Vergewaltigung der Frau, Kondome und die Pille. All dies soll verboten werden. Zumindest wenn es nach den Anhängern des ultrakonservativen Netzwerks Agenda Europe geht. Das Ziel: die Wiederherstellung einer imaginären, natürlichen Ordnung in Europa.

 

Agenda Europe ist ein Netzwerk von Lobbyisten vorrangig bestehend aus traditionellen und erzkonservativen Christen. Die Beziehungen zum Vatikan sind eng. Der Einfluss in Europa groß. Zu den einflussreichen Mitgliedern zählen die Franzosin und Homo-Hasserin Ludovine de la Róchere, der EU-Kommissionsbeamte Jakob Cornides und die österreichische Parlamentsabgeordnete Gudrun Kugler.

 

100-150 mehr oder weniger einflussreiche Einzelpersonen engagieren sich in dem Netzwerk, das sich zum einen aus einem mittlerweile nicht mehr zugänglichen Blog sowie internationalen Treffen zusammensetzt. Das erste Treffen fand vermutlich 2014 in einem Schloss bei München statt, weitere Treffen folgten in Dublin und Warschau.

 

 

Verzerrtes Weltbild

 

 

Vorrangiges Ziel der Organisation ist es die Wiederherstellung eines "Naturrechtes", welches durch die sexuelle Revolution in ein Ungleichgewicht gebracht worden sei. Laut Angaben des Netzwerkes hat diese dazu geführt, dass der sexuelle Akt von seinem primären Zweck, der Fortpflanzung, entfernt wurde. 

 

Im Rahmen ihrer Strategie sollen Gegner, also die LBGTI-Bewegung, Unterstützer der Sterbehilfe, Feministen und Atheisten schlecht gemacht werden. Urteile von Institutionen wie dem Europäischen Menschengerichtshof sollen öffentlich kritisiert und ihre Transparenz angeprangert werden. Christen sollen als verfolgt dargestellt werden. Die strategischen Ziele wurden in einem 134 seitigen Manifest namens "An Agenda for Europe - Restoring the natural order" festgehalten.

 

 

Geheime Erfolge des Netzwerkes

 

 

Erschreckend ist wie weitreichend der Einfluss des Netzwerkes tatsächlich ist. Heutzutage sind die Mitglieder keine bloßen LBGTI-Gegner sondern sitzen im Vatikan, in verschiedenen europäischen Regierungen, im EU-Parlament und in der EU-Kommission. Ihre Aufgabe: umsetzen, was das Manifest vorschreibt. Gesetze, die die gleichgeschlechtliche Partnerschaft rechtlich der Ehe annähern sollen widerrufen werden, ebenso alle Gesetze, die gleichgeschlechtlichen Paaren die Adoption ermöglichen. Verhütungsmittel und Schwangerschaftsabbrüche sollen verboten, bestehende Antidiskriminierungsgesetze wieder abgeschafft werden. 

 

Insbesondere in Osteuropa sieht man die Erfolge dieses Netzwerkes. Laut Recherchen des Europäischen Parlamentarischen Forums für Bevölkerung und Entwicklung (EPF) stecken hinter vielen auf den ersten Blick nicht zusammenhängenden Aktionen, wie gegen den Aufklärungsunterricht an Schulen oder die Ehe für alle, dasselbe christlich-fundamentalistische Netzwerk.

 

Agenda Europe ist derzeit das größte Netzwerk gegen sexuelle und persönliche Rechte, das in Europa aktiv ist. Die geheimen Erfolge der extremen Organisation verdeutlichen wie entscheidend Aufklärung in diesen Fällen ist. Solange eine radikale Agenda Europe im Geheimen agiert, wird sie erfolgreich bleiben. Berichterstattung und Öffentlichkeitsarbeit wirken dem entgegen - zum Wohle unserer Selbstbestimmung.

 

 

 

 

 

Quelle: taz.

 


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