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Aus der eigenen Stadt verdrängt? Das Problem der Gentrifizierung in deutschen Großstädten.

Gentrifizierung im Kölner Stadtteil Ehrenfeld.

Mietwohnungen werden zu Eigentumswohnungen. Alteingesessene Kneipen oder Veranstaltungszentren werden aufgekauft und in Bürokomplexe umgewandelt. Luxussanierungen treiben die Mieten in die Höhe. Als Folge müssen Mieter und Veranstalter mit niedrigerem Einkommen das Viertel verlassen. Die soziale Struktur verändert sich.

 

Gentrifizierung, oder im Volksmund auch Yuppisierung, wie wir sie gerade im Kölner Szenestadtteil Ehrenfeld erleben, betrifft immer wieder Stadtteile deutscher Städte. Nahezu alle deutschen Großstädte haben mit diesem "Problem" zu kämpfen. 

 

Doch was genau ist Gentrifizierung eigentlich? Der Begriff Gentrifizierung umschreibt eine gewisse Form der Veränderung von Stadtteilen; und zwar den Wechsel von einer Bewohnerschaft mit niedrigem Einkommen und Status zu einer statushöheren Bewohnerschaft mit mehr Einkommen. 

 

Um den Prozess der Gentrifizierung zu stoppen haben die Städte Hamburg, Berlin und München schon seit über 30 Jahren sogenannte "Milieuschutz-Satzungen". Diese berufen sich auf das Bundesbaugesetz, und verlangen für die Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen bestimmte Genehmigungen.

 

Diese Milieuschutz-Satzungen sollen die Lebenskultur in den verschiedenen Stadtteilen bewahren. Doch obwohl die Problematik der Gentrifizierung vielfach bekannt ist, scheinen diese Vereinbarungen nicht auf alle Bereich der deutschen Großstädte ausweitbar.

 

Bereits 2015 wurde das Kölner Szeneviertel Ehrenfeld als "für gefährdet" eingestuft. Dennoch scheinen die Veränderungen und Mieterhöhungen für die Stadt nicht gravierend genug, um mit Hilfe einer Milieuschutzsatzung einzugreifen.

 

 

Am schlimmsten ist, wie die Menschen aus ihren Wohnungen verdrängt werden. Häufig werden eigentlich nicht nötige Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, die wiederum eine Mieterhöhung möglich machen. Dies geschieht in einem solchen Maße, dass aktuelle Mieter nicht mehr in der Lage sind, die erhöhten Mietpreise zu bezahlen. Sie sind zum Umzug gezwungen und werden aus ihrem eigenen Viertel verdrängt.

 

 

Dass die alteingesessenen Bewohner des Kölner Veedels mit dieser Entwicklung ganz und gar nicht einverstanden sind, zeigt auch das obige Bild. Der Erhalt der Lebenskultur aber auch bezahlbare Mieten sollten somit eigentlich im Vordergrund der städtischen Politik stehen.