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Gefangen im Jammertal. Warum einfach machen oft die einzige Lösung ist.

Es gibt viele Wege zum Glück. Einer davon ist aufhören zu jammern.

 

Albert Einstein

 

 

Jammern verändert das Gehirn. Wer das nicht glaubt, der muss nur einmal an die Zeiten denken, in denen irgendwie aber auch so gar nichts glatt geht. Wir alle kennen das, läuft es gut im Leben, strahlen wir wie der Sonnenschein. Aber tauchen Schwierigkeiten und Hindernisse auf, fangen wir an zu jammern. Wir neigen dazu, dem Jammern etwas Gutes abzugewinnen. Ach, die Welt ist so schlecht. Soll man den Frust doch rauslassen. Dampf ablassen. Eine scheinbar harmlose und vermeintlich unschädliche Angewohnheit. 

 

Bei anderen Menschen fällt uns das sehr schnell auf. Manchmal mag man sie auch gar nicht, diese ewig jammernden Menschen. Jammerlappen. Der Freund, bei dem aber auch immer alles schief läuft, der Chef, der nie zufrieden ist oder der Kollege, der immer den schlechtesten Fall einkalkuliert. Wir kennen sie alle. Klar, es gibt Situationen, in denen Trauer berechtigt ist und Trost gespendet werden darf. Aber sich über das Wetter zu beschweren, ohne überhaupt aus dem Fenster geschaut zu haben, gehört definitiv nicht dazu.

 

Jammern kann leider auch ansteckend sein. Haben wir viele Freunde, die ständig nur Nölen und alles negativ sehen, dann passen wir uns früher oder später an. Unser Gehirn ist voller Synapsen, die, sobald wir einen Gedanken fassen, untereinander Brücken bilden, um Informationen zu transportieren. Je öfter dieselben Synapsen miteinander kommunizieren, umso näher rücken sie zusammen, um die Informationen noch schneller weitergeben zu können. So werden Gewohnheiten geformt. Wer also regelmäßig schlecht denkt, der erzieht sein Gehirn zu negativen Gedanken.

 

 

Mehr zum Thema Gewohnheiten: Die Kraft der Gewohnheiten. Wie sie uns beeinflussen und wie wir sie nutzen können, um unser Leben radikal zu verändern. 

 

 

 

Jammern wir viel, befindet sich unser Körper in einem permanenten Stress Zustand. Muss der Körper negative Gefühle verarbeiten, so sendet er konstant Alarmsignale aus. Und der reagiert, indem er das Stresshormon Cortisol ausschüttet. Damit steigt das Risiko für Herzerkrankungen, Depressionen und Diabetes. Durch das Klagen verbrauchen wir unglaublich viel Energie, ohne jedoch auch nur einen Schritt voranzukommen. 

 

Forscher der Stanford University haben nachgewiesen, dass Jammern vergesslich machen kann. In einer Studie wurde herausgefunden, dass Jammern, den Hippocampus schrumpfen lässt, den Teil des Gehirns, der für das Gedächtnis zuständig ist. Menschen, die unter Alzheimer leider, weisen oft einen kleineren Hippocampus auf. Jammern macht also vergesslich.

 

Dramatisch an dieser Situation ist, dass all jene etwas verändern wollen an ihrer Situation. Sie sind unzufrieden. Sie haben ein bestimmtes Ziel nicht erreicht oder ein Problem. Aber sie sind leider nicht bereit, tatsächlich etwas zu tun, um aus diesem Zustand wieder herauszukommen. Im Jammern liegt oft nicht der wahre Wille einer Veränderung begründet. Ganz entscheidend ist es, diesen zu finden.

 

Egal ob man seinen Job verloren hat, völlig pleite ist, seine Beziehung an die Wand gefahren hat oder einfach nur unzufrieden mit dem Essen in der Kantine ist, es gibt immer, absolut IMMER, die Möglichkeit, etwas zu ändern. Und das ist der springende Punkt. Höre auf darüber nur zu reden, dass es dir dreckig geht. Höre auf zu jammern, dich zu beklagen oder nur zu träumen. Überlege dir, was du machen könntest und zwinge dich dann dazu, es auch wirklich zu tun.

 

Denn Fakt ist, es wird sich erst etwas ändern, wenn du es auch tust. Anstatt dich aufs Jammern zu konzentrieren, konzentriere dich darauf, etwas zu verändern. Fange an für deine Ziele zu kämpfen und Probleme nicht als gegeben und unausweichlich zu betrachten. Hier gilt, Taten sagen manchmal mehr als tausend Worte. 

 

Du wirst bemerken, sobald du erstmal in Bewegung gekommen bist, fühlst du dich besser. Das mag ein wenig Durchhaltewillen fordern, aber du kannst auch hier davon ausgehen, dass sich bald positive Gewohnheiten einpendeln werden. Du erfährst, dass du dem Schicksal nicht hilflos ausgesetzt bist, sondern dieses selber in der Hand hast. Es ist dabei wirklich völlig unerheblich, was genau dein Problem ist oder wie groß dein Ziel. Es gilt immer, hör auf zu jammern und fange an etwas zu machen.

 

Eine wundervolle und einfache Methode, diesen Zustand der Nörgelei zu überwinden, ist Dankbarkeit. Macht man sich die kleinen Momente bewusst, und übt Dankbarkeit in allen Bereichen seines Lebens, lässt sich das Gehirn vom negativen ins positive Denkmuster drehen. Durch Dankbarkeit sinkt dann auch nachgewiesenermaßen der Stresspegel um 23 %.