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Rückt nun auch Italien nach rechts?

Wieder einmal Wahlen in Italien. Nach der gestrigen stehen zumindest zwei Sieger fest: zum einen die populistische, eurokritische Partei „Movimento 5 Stelle“ sowie das Mitte-Rechts-Bündnis von Berlusconi.

 

Das Mitte-Links-Bündnis hat an Zustimmung verloren. Das lag sicherlich daran, dass die Italiener keine Verbesserung ihrer Wirtschaft gesehen haben. Die Arbeitslosenquote ist immens, genau wie der Schuldenberg Italiens. Dennoch stand die Migrationsproblematik im Mittelpunkt des Wahlkampfes. Grund hierfür könnte der jüngste Anschlag in Macerata sein. Die Unzufriedenheit der Italiener schlägt sich jetzt im Wahlergebnis nieder.

 

Italien steht vor der schwierigen Aufgabe, eine Regierung zu bilden und das mit Parteien, die kaum unterschiedlichere Absichten haben und verschiedenere Ziele verfolgen könnten.

 

Die Wirtschaftskrise und hohe Arbeitslosenquote sorgen für Ungewissheit, vor allem auch, weil die bisherige Regierung es nicht schafft, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Nicht zu guter Letzt fühlen sich Italien und seine Bürger von der EU allein gelassen, wenn es um die Migration und den Flüchtlingszuwachs geht. Hier steht allerdings die EU in der Pflicht, die Dublin-Verordnung endlich zu ändern. Hierbei sollte nie vergessen werden, wofür die EU eigentlich steht und welche Werte sie verkörpert. Demokratie, Menschenrechte, Zusammenhalt und Frieden sind nur einige von vielen. In den heutigen turbulenten Zeiten scheint es, dass jedoch mehr gegeneinander gekämpft wird, anstatt miteinander nach einer gerechten Lösung für alle zu suchen. Der Egoismus und die Angst einiger Staaten überschattet die Idee der EU.

 

Wie die Zukunft Italiens aussieht, ist ungewiss. Kaum vorstellbar, dass Berlusconi Italien wieder nach vorne bringen oder eine eurokritische Partei Italiens Wirtschaft ankurbeln kann. Ob die EU ein weiteres Mitglied verlieren wird, ist fraglicher denn je. Eins steht fest: die Regierung, ganz gleich zu welcher es auch kommen mag, muss endlich für Stabilität, Wirtschaftswachstum und Vertrauen seiner Bürger sorgen, denn das Wohl der Menschen ist doch am Ende das, was zählt. Es bleibt außerdem zu hoffen, dass Italien an der EU festhält und das Vertrauen in sie zurückgewinnen mag. Dafür muss auch die EU ihre Pflicht erkennen und handeln.

 

 

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